Offene Wohnküche oder geschlossene Küche? Dein Wohnraumkonzept! (Die-große-Frage-Serie)

Der Trend geht aktuell klar zu einer offenen Wohnküche. Küche, Essbereich und Wohnzimmer bilden dabei eine gemeinsame Einheit. Das ist auch verständlich, denn als Köchin oder Koch bist du immer dabei und alle sind zusammen!

Doch ist das immer ein Vorteil? Auch wenn der Trend zum offenen Wohnraum geht, solltest du trotzdem einen kritischen Blick darauf werfen. Passt das Wohnkonzept einer offenen Küche auch zu deinem Alltag, Kochverhalten und deinen Ansprüchen?

In diesem Artikel erfährst du nicht nur die Vor- und Nachteile von offenen und geschlossenen Küchen. Sondern auch, was du bereits bei der Planung berücksichtigen solltest. Und was du in bestehenden Räumen tun kannst, um deinen Küchentraum vielleicht doch noch zu verwirklichen.

Wie soll deine Küche aussehen? Dein Wohnraum-Konzept!

Beim Neubau oder bei Renovierungen ist das Wohnraum-Konzept eine der ersten Überlegungen. Und auch beim Kauf einer Wohnung – oder eben bei einer Mietwohnung – stellt sich immer die Frage, ob die Raumaufteilung so passt. In unserem Fall besonders in Bezug auf die Küche.

Worin unterscheiden sich diese beiden Wohnraumkonzepte? Beginnen wir bei der „klassischen“ Küche…

Was ist eine geschlossene Küche?

Eine geschlossene Küche befindet sich – wie der Name vermuten lässt – in einem eigenen Raum. Je nach Raumgröße mit einem kleinen Essbereich oder sogar einem größeren Esstisch. Manchmal auch mit einer direkt anschließenden Speisekammer (Vorratsraum).

Bei geschlossenen Küchen ist die Planung recht einfach, da du nur auf wenige Aspekte Rücksicht nehmen musst. Etwa wie groß die Arbeitsfläche sein soll und wie viel Stauraum du benötigst. Und eben welche Anforderungen du an die Küche und den Essbereich in der Küche stellst.

KÜCHENmeter - Emil Geier - offene Küche geschlossene Küche Wohnküche

Links eine geschlossene Küche (in einem eigenen Raum – die Tür öffnet nach außen) und rechts eine halb-offene Küche (der Arbeitsbereich ist nach hinten versetzt und „versteckt). [Fotos: Eigenfotografie]

Was ist eine offene Küche?

Im Gegensatz dazu sind bei einer offenen Küche – oder Wohnküche – zumindest Küche und Essbereich zusammengefasst. In den meisten Fällen sind aber Küche, Essbereich und Wohnzimmer ein großer, zusammenhängender Raum.

Bei der Planung einer offenen Küchen solltest du immer den ganzen (!) Raum im Auge haben. Und nicht nur die Küche alleine. Andernfalls kann es schnell passieren, dass du zwar eine wunderschöne große Küche hast. Die übrigen Wohnbereiche sich aber in den restlichen Platz hinein quetschen.

Darum musst du vor allem bei kleineren Wohnküchen immer wieder Kompromisse eingehen, was die Planung deiner Küche und des ganzen Wohnraumes betrifft.

Vor allem im Wohnungsbau planen Architekten gerne Wohnküchen, da sie weniger Platz benötigen, als separate Räume. Und sie im Bedarfsfall alles „etwas kompakter“ planen können. Ob das auch immer ganz alltagstauglich ist, muss jeder für sich entscheiden. Jedoch kannst du – je nach Grundriss und Raumgröße – auch in einer Wohnküche deinen Traum von einer geschlossenen Küche verwirklichen. Dazu gleich mehr.

KÜCHENmeter - Emil Geier - Kochinsel Kücheninsel

Eine moderne offene Küche – hier sind Küche, Essbereich und Wohnzimmer zusammengefasst. [Foto: Rauchenzauner]

Es geht auch beides!

Beide Küchen-Konzepte haben natürlich ihre jeweiligen Vor- und Nachteile. Du kannst die Vorteile beider Küchen-Konzepte nutzen, indem du zwar die Küche vom Ess-/Wohnraum mit einer Wand abtrennst. Die Zugänglichkeit und den Ein- oder Ausblick aber mit einer großen Schiebetür ermöglichst.

So hast du ganz nach Bedarf eine (teilweise) offene oder geschlossene Küche!

Die Sache mit der Kochinsel

Für viele gehört eine Kochinsel zur Traumküche dazu. Doch leider eignet sich nicht jeder Raum für eine Kochinsel. Vor allem bei geschlossenen Küchen ist oft eine andere Küchenform sinnvoller.

Offene Küchen hingegen erleichtern die Planung einer Küche mit Kochinsel. Wobei auch hier eine Kochinsel nicht immer die beste Entscheidung sein muss.

Dabei spielt nicht nur die Küche selbst eine große Rolle, sondern auch, wie du den übrigen Raum gestalten, einrichten und nutzen möchtest! Je nach Planung des übrigen Raumes hat eine Kochinsel oft nicht mehr Platz. Oder sie bietet weniger Arbeitsfläche und Stauraum als eine andere Küchenform. Auch darauf solltest du achten – denn eine Küche ist zum Kochen da! Und nicht zum Anschauen und Herzeigen.

Wie viel Platz du für eine Insel einplanen solltest, erfährst du im Artikel „Kochinsel – sinnvoll oder nur ein Traum?“.

Bestehende Räume – nachträglich zur Traumküche

Bei einem Neubau ist die Sache sehr einfach. Was aber, wenn du bereits ein schon gebautes Haus oder eine bestehende Wohnung hast? Hier gibt die Raumaufteilung das Wohnkonzept vor.

Falsch … zumindest nicht immer! Du kannst auch in bestehende Strukturen eingreifen und die Raumaufteilung (fast) nach Belieben gestalten. Wichtig: Auf Statik und tragendes Mauerwerk sowie Stabilität und Tragkraft der neuen Elemente achten! Darum sollten auch nur Fachkräfte diese Umbauarbeiten durchführen.

KÜCHENmeter - Emil Geier - offene Küche geschlossene Küche Wohnküche

Eine kleine Eckküche in einer kleinen Mietwohnung mit angrenzendem Ess- und Wohnbereich. Rechts eine offene Küche, die durch den Tresen optisch vom übrigen Wohnraum abgegrenzt ist. Hier wäre auch eine Trockenbauwand möglich. [Foto: Eigenfotografie]

Mauern einreißen oder aufstellen

Die einfachste Variante ist sicherlich, bestehende Wände zu entfernen oder zu versetzen. Oder eben neue Trennwände oder Raumteiler aufzumauern und so eine neue Raumaufteilung zu schaffen.

Trockenbauwände – perfekt für Mietwohnungen

Bei Mietwohnungen kannst du natürlich nicht so einfach bestehende Wände einreißen oder neu aufstellen. Aber auch hier hast du einen gewissen Spielraum, um die bestehenden Räume zu verändern.

Du kannst aus einer geschlossenen Küche zwar keine offene Wohnküche machen. Aber umgekehrt sehr wohl!

Mit Trockenbauwänden (Aluminiumprofile und Gipskartonplatten) kannst du größere Räume in mehre kleine aufteilen. Für eine bessere Stabilität und Tragfähigkeit solltest du diese Profile entsprechend im Boden und an der Decke verankern.

Damit der Parkett-, Laminat- oder Fliesenboden unbeschädigt bleibt, kannst du stattdessen auch Klemmstützen anbringen. Diese sind zwar nicht so stabil und tragfähig wie verankerte Trockenbauwände. Jedoch beschädigst du keinen Bodenbelag, was zu Problemen mit dem Vermieter führen könnte.

Küchenzeile als Raumteiler

Du kannst auch eine deckenhohen Küchenzeile aus Hochschränken als Raumtrennung verwenden. Oder eben Unterschränke mit einer kleinen Erhöhung als einfacher Raumteiler. Die Rückseite verplankst du mit Holzdekorplatten. Etwas günstiger sind einfachen Holzplatten, die du anschließend tapezieren oder bemalen kannst.

Wichtig ist, dass du diese Schränke so miteinander verbindest und an der Decke fixierst, dass sie nicht kippen können!

Offene Küche – der größte Vorteil ist gleichzeitig der größte Nachteil

Der größte Vorteil von offenen Wohnküchen ist sicherlich, dass du als Köchin oder Koch immer mit dabei bist. Und dich nicht in der Küche versteckst.

Und wenn du eine Kochinsel hast, kannst du beim Kochen auch direkt in den Raum blicken. Um mit deinen Gästen zu tratschen oder ein Auge auf deine Kinder im Wohnzimmer zu haben.

Und genau DAS ist gleichzeitig auch der größte Nachteil: alles in deiner Küche ist sichtbar, hörbar und riechbar!

Nach dem Kochen das schmutzige Geschirr stehen lassen? Ein klein wenig Unordnung in der Küche? Bei einer offenen Wohnküche ist alles sichtbar! Zusammenräumen und Ordnung halten ist Pflicht! Auch wenn du nur Kochutensilien und/oder Küchengeräte auf der Arbeitsfläche abstellst, kann das schnell unordentlich wirken.

Hast du keinen leistungsstarken Dunstabzug, verteilt sich auch der Koch-Duft – oder eben die nicht so schönen Gerüche – im ganzen Raum. Hier bitte nicht sparen! Gleiches gilt für Geräusche. Gleichzeitig in Ruhe Musik hören oder fernsehen ist nicht drin, wenn du gerade in der Küche mit dem Mixer arbeitest.

KÜCHENmeter - Emil Geier - offene Küche geschlossene Küche Wohnküche

Auch wenn die Küche aufgeräumt ist – und nur ein paar Dinge herumstehen – bei einer offenen Küche ist trotz höherem Tresen alles einsehbar. [Fotos: Eigenfotografie]

Es gibt aber noch weitere Vor- und Nachteile – beginnen wir wieder bei der geschlossenen Küche.

Weitere Vor- und Nachteile einer geschlossenen Küche

Vorteile einer geschlossenen Küche

  • Du hast beim Kochen deine Ruhe
  • Unordnung nicht sichtbar
  • Keine „Störung“ durch Geräusche und Gerüche in anderen Räumen
  • Oft mehr Flexibilität bei der Planung
  • Sicherheit bei Kindern oder Haustieren – Küche in einem abgetrennten/abgeschlossenen Raum
  • Klare Funktionstrennung

Nachteile einer geschlossenen Küche

  • Du bist beim Kochen „alleine“ und zum Kochen „abgeschoben“ (außer deine Lieblingsmenschen sind mit dir in der Küche)
  • Begrenzte Sicht- und Aufsichtsmöglichkeiten (etwa wenn Kinder im Wohnzimmer sind)
  • Kleinteilige Raumaufteilung durch Küche – Essbereich – Wohnbereich in jeweils eigenen Räumen
  • Nicht immer alle Küchenformen möglich

Weitere Vor- und Nachteile von offenen Küchen

Vorteile einer offenen Küche – Wohnküche

  • Großzügige Wirkung statt kleinteiliger Raumaufteilung
  • Kochen, Essen und Wohnen in einem Raum
  • Du bist als Köchin oder Koch immer mittendrin und dabei
  • Kinder stets im Blick
  • Offene Wohlfühl-Atmosphäre
  • Küche oft als Mittelpunkt und Hingucker der Wohnung
  • Größere Geselligkeit beim Kochen

Nachteile einer offenen Küche – Wohnküche

  • Herausforderung bei der Planung – gesamten Wohnraum berücksichtigen statt nur Küche
  • „Störung“ durch Geräusche und Gerüche in den anderen Raumbereichen
  • Leistungsstarker Dunstabzug notwendig – je nach Modell eine zusätzliche Geräusch-/Lärmquelle
  • Unordnung beim und nach dem Kochen immer sichtbar
  • Sauberkeit und Ordnung ist Pflicht – stehengelassenes Geschirr nach dem Kochen immer sichtbar
  • Kochutensilien und Geräte müssen oft „versteckt“ werden, damit es nicht unordentlich wirkt
  • Du hast beim Kochen keine Ruhe

Fazit

Auch wenn offene Wohnküchen aktuell im Trend sind und auf den ersten Blick praktisch und gemütlich wirken – überlege kritisch, ob dieses Wohnraumkonzept auch wirklich für dich passt. Was spricht dafür? Welche Kompromisse kannst du eingehen? Welche Nachteile sind für dich ein No-Go? (Gleiches gilt natürlich für geschlossene Küchen.)

Schließlich haben eine offene und geschlossene Küche jeweils Vor- und Nachteile … und somit auch gute Argumente dafür oder dagegen.

Bei bestehenden Strukturen kannst du teilweise auch eingreifen und die Räume so anpassen, dass du deine Traumküche verwirklichen kannst. Oder eben schon bei der Planung das zukünftige Traum-Wohnraumkonzept zu berücksichtigen.

Hast du noch Fragen? Was ist deine Traum-Wohnraumkonzept?

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