Nichts ist verführerischer als die herrlichen Gerüche beim Kochen! Doch manchmal möchtest du nicht, dass sich diese Gerüche im ganzen Raum ausbreiten. Vor allem bei offenen Küchen kann das schnell ein Problem sein. Aber nicht nur störende Gerüche mindern die Kochfreude. Du musst auch angelaufene und fettige Oberflächen nach dem Kochvergnügen wieder reinigen.
Erfreulicherweise sind Dunstabzüge ein fester Bestandteil jeder Küche. Sie nehmen nicht nur störende Dämpfe und Gerüche auf. Sondern saugen auch das spritzende Fett ab, sodass es sich nicht an Oberschränken und am Spritzschutz absetzen kann.
Doch welcher ist der „richtig“ für dich? Denn neben dem „klassischen“ Dunstabzug gibt es mittlerweile zahlreiche Varianten von Dunstabzügen nach oben und unten. Wir zeigen dir, welche Geräte es gibt. Und die Vor- und Nachteile der jeweiligen Varianten.
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Um in der Küche störende Dämpfe, Fettpartikel und Gerüche zu vermeiden, werden diese über den Dunstabzug abgesaugt und entweder nach Außen geleitet (Abluft) oder durch einen Geruchsfilter „gereinigt“ wieder zurück in den Raum geführt (Umluft).
Der Wrasen (Kochdunst – eben Dämpfe, Fettpartikel und Gerüche) wird zuerst durch einen Fettfilter geleitet. Dieser bestand früher aus einem Einwegvlies, das regelmäßig ausgetauscht werden musste. Heute findest du in Dunstabzügen überwiegend Einsätze mit einem feinen Metallgeflecht, das du bequem im Geschirrspüler waschen kannst. Anschließend wird die Luft über ein Rohr weitergeleitet. Bei Umluftgeräten wird die Luft zusätzlich noch von einem Geruchsfilter (Aktivkohlefilter) von störenden Gerüchen befreit, bevor sie wieder zurück in den Raum geleitet wird.
Die Absaugung selbst funktioniert mit einem Gebläse, vergleichbar mit einem Ventilator.
Egal für welche Form du dich entscheidest – Dunstabzugshaube oder Kochfeldabzug – die Funktion ist immer die gleiche.
Die klassische Variante, die du in vielen Küchen findest, ist ein Dunstabzug über dem Kochfeld. Dämpfe, Fettpartikel und Gerüche werden dabei ganz einfach nach oben abgesaugt.
Dunstabzug ist aber nicht Dunstabzug. Mittlerweile gibt es zahlreiche Varianten, die du über dem Kochfeld platzieren kannst:
Ganz schön verwirrend, oder? Keine Sorge, wir gehen natürlich genauer auf die unterschiedlichen Varianten ein!
Die Unterbauhaube ist DIE klassische Dunstabzugshaube. Sie wird an einem Oberschrank – oder zwischen zwei Oberschrank-Elementen – befestigt. Um das ganze Kochfeld abdecken zu können, ist der Dunstabzug meist tiefer als die Schränke. Dadurch ist sie auch nicht so „dezent“, leicht zu verstecken und stylisch wie andere Unterbau-Varianten.
Die Bauweise und Montage ist ähnlich der Unterbauhaube. Mit dem Unterschied, dass die Flachschirmhaube mit der Schrankfront abschließt und dadurch viel dezenter ist. Während du kochst, kannst du die Haube mittels eines Teleskopauszuges einfach herausziehen und anschließend wieder „verstecken“.
Unterbauhaube (links) und ausziehbare Flachschirmhaube (rechts) [Fotos: Siemens Hausgeräte]
Auch sie wird zwischen zwei Oberschränken montiert. Je nach Bauweise brauchst du für eine Zwischenbauhaube aber mehr Platz als für eine normale Unterbauhaube. Beim Kochen klappst du die vordere Blende auf und kannst so das ganze Kochfeld absaugen. Bei Nichtverwendung schließt die Blende bündig mit den Oberschränken ab.
Als Blende kannst du die Fronten deiner Küchenschränke verwenden. Wodurch die Zwischenbauhaube gleichermaßen effizient wie dezent ist.
Der Lüfterbaustein wird direkt in den Oberschrank über dem Kochfeld integriert und schließt bündig mit der Schrank-Unterseite ab. Der Dunstabzug verschwindet sozusagen im Oberschrank. Je nach Tiefe des Oberschrankes bzw. Lüfterbausteines kann es aber sein, dass nicht das gesamte Kochfeld abgedeckt wird.
Zwischenbauhaube (links) und Lüfterbaustein/Huttenlüfter (rechts) [Fotos: Siemens Hausgeräte]
Das Absaugfeld ist bei Wandhauben entweder gerade wie bei Unterbauhauben oder schräg nach oben (was mehr Kopffreiheit ermöglicht). Typisch für Wandhauben ist der sichtbare Schacht (meist aus Edelstahl), in dem sich die Abluft-Führung verbirgt.
Bei Umluft-Wandhauben ist dieser Schacht nicht notwendig – wird aber oft als Designelement (ohne Funktion) belassen.
Wandhauben findest du auch unter den Namen Kamin- oder Wandessen, da sie an den Abzug über den Feuerstelle in einer Schmiede (Esse) erinnern.
Auch bei Kochinseln sind Dunstabzüge notwendig – es fehlen nur die Oberschränke zur Montage. Daher findest du in den meisten Küchen mit Kochinseln freihängende Inselhauben, die wie Wandhauben (Wandessen) gestaltet sind.
Wandhaube/Wandesse mit geradem und schrägem Absaugfeld (links und Mitte) und Inselhaube/Inselesse (rechts) [Fotos: Neff (li./re.) und Siemens Hausgeräte (Mitte)]
Ein besonders offenes Küchendesign kannst du mit Deckenlüftern erreichen – keine „störenden“ Elemente über dem Kochfeld. Deckenlüfter verschwinden durch die bündige Montage beinahe in der Decke.
Aufgrund dem großen Abstand zwischen Herd und Decke ist die Funktion aber stark eingeschränkt: Dämpfe, Fettpartikel und Gerüche werden nur bedingt abgesaugt.
Deckenlifthauben vereinen das offene Küchendesign bei der Verwendung von Deckenlüftern mit der Funktionalität von direkt über dem Kochfeld angebrachten Dunstabzughauben.
Im Ruhezustand kannst du die Haube in der Decke „verstecken“ und stört somit nicht den offenen Blick in die Küche. Während dem Kochen kannst du die Haube bequem mit einer Fernbedienung auf die ideale Höhe absenken.
Deckenlüfter – fix verbaut und absenkbar [Fotos: Bosch Haushaltsgeräte]
Fazit
Je nach Küchendesign gibt es den passenden Dunstabzug nach oben. Wir möchten nur anmerken, dass je größer das Absaugfeld über der Kochfläche ist, also je großflächiger die Abzughaube das Kochfeld überdeckt, desto besser können auch Dämpfe, Fettpartikel und Gerüche abgesaugt werden.
Neben dem „klassischen“ Dunstabzug über dem Kochfeld haben in den letzten Jahren zahlreiche Hersteller Geräte entwickelt, die sich direkt am Kochfeld befinden. Entweder hinter oder neben dem Kochfeld als separates Gerät oder sogar direkt in das Kochfeld integriert. Diese Kochfeldabzüge sind DER Trend in aktuellen Küchen.
Hier befindet sich die Absaugmulde hinter oder neben dem Kochfeld. Spezielle Kochfelder haben sogar einen integrierten Abzug.
Die Absaugmulde verläuft seitlich entweder über die gesamte Länge oder Breite des Kochfeldes oder ist in der Mitte dieses Kochfeldes eingebaut.
Tischlüfter sind für alle, die zwar eine große Kochfläche ohne „störenden“ Kochfeldabzug haben möchten, aber auch nicht auf dessen Vorteile verzichten möchten.
Per Knopfdruck kannst du den Abzug hinter oder neben dem Kochfeld ausfahren, bei Nichtverwendung verschwindet er wieder „unsichtbar“ in der Arbeitsfläche.
Verschiedene Kochfeldabzüge und Tischlüfter [Fotos: NEFF]
Fazit
Kochfeldabzüge und Tischlüfter sind die perfekte Alternative, wenn du keinen Dunstabzug über der Kochfläche haben möchtest. Natürlich musst du auch für diese Abzüge entsprechend Platz für die Technik und Abluftkanäle einplanen! Nur eben unter der Arbeits- bzw. Kochfläche anstatt darüber.
Unabhängig davon, für welchen Dunstabzug du dich entscheidest, die abgesaugte Luft muss auch wohin. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Umluft und Abluft.
Bei Umluftdunstabzügen reinigen zwei Filter die abgesaugte Luft von Fetten und Gerüchen und geben sie anschließend wieder in den Raum ab. Die Luft wird also „nur“ gefiltert und dann im Raum verteilt. Neben dem Fettfilter solltest du auch den Geruchsfilter regelmäßig tauschen, damit die Gerüche auch wirklich verschwinden „verschwinden“ und nicht nur im Raum herumgewirbelt werden.
Bei Umluft-Dunstabzügen wird keine Luft nach außen geleitet. So musst du auch keine Abluftleitung vom Dunstabzug bis zu Auslass verlegen. Dies verhindert auch, dass keine warme Luft entweicht – bei kalten Außentemperaturen gibt es so auch keinen Energieverlust. Du sparst also indirekt Heizkosten!
Dadurch, dass die abgesaugte Luft wieder zurück in den Raum geleitet wird, können Gerüche in der Küche nicht ganz verhindert werden. Der weitaus größere Nachteil ist, dass Feuchtigkeit, die beim Kochen entsteht, in der Küche bleibt – das Risiko von Schimmel und Fäulnis steigt. Mittlerweile gibt es aber spezielle Filter, die diese Feuchtigkeit binden. Also keine Sorge!
Bei Abluft-Dunstabzügen wird die Luft über ein (flexibles) Rohrsystem nach außen geleitet. Die Luft wird abgesaugt und störende Dämpfe, Fette und Gerüche strömen nach außen. Somit ist auch kein Geruchsfilter notwendig. Dadurch sind Abluft-Dunstabzüge auch etwas leiser als Umluft-Dunstabzüge.
Die Luft wird gänzlich nach außen geleitet – störende Gerüche im Raum verschwinden nahezu gänzlich. Somit brauchst du keinen Geruchsfilter, was dir Kosten spart.
Größter Nachteil ist das notwendige Rohrsystem und der Durchbruch nach außen. Je nach Grundriss – oder wenn du in einer Mietwohnung lebst – ist dies baulich nicht möglich.
Es entweichen aber nicht nur störende Gerüche, sondern auch Wärme. Hinzu kommt, dass durch das Absaugen der Luft (Abluft) im Raum frische Luft (Zuluft) benötigt wird. Ansonsten kann es sein, dass es durch den Unterdruck und den Sauerstoffverbrauch (z. B. bei Gasherden) zu einem gefährlichen Sauerstoffmangel kommt! Lüften beim Kochen ist also notwendig. In der kalten Jahreszeit bedeutet dies aber auch, dass du mehr heizen musst – die Heizkosten steigen. Doch keine Sorge, ausgeklügelte Abzugsklappen isolieren die Öffnung nach außen und öffnen sich nur, wenn der Dunstabzug in Betrieb ist.
Was ist besser: ein Umluft- oder Abluft-Dunstabzug? Pauschal ist das nicht so leicht zu sagen, du kennst aber nun die Vor- und Nachteile beider Varianten.
Für uns persönlich ist sinnvoller, dass störende Dämpfe, Gerüche und Fette nach außen strömen, als dass die Luft nur gefiltert wird. Neben der Reinigung sind es vor allem hygienische Gründe, die für einen Abluft-Dunstabzug sprechen.
Durch die technische Entwicklung und zusätzlicher Filter stehen Umluft-Dunstabzüge dem mittlerweile nicht mehr nach.
Also sind im Grunde
entscheidende Faktoren für dich.
Ein Abzug über oder unter dem Kochfeld? Umluft oder Abluft? Damit nicht genug – du kannst auch noch zwischen Flächen- oder Randabsaugung wählen.
Doch das war noch nicht alles, wofür du dich entscheiden musst.
Auch bei der Form der Absaugung gibt es mehrere Varianten: Wir unterscheiden dabei zwischen Flächen- und Randabsaugung.
Dunstabzüge mit Flächenabsaugung sind am großflächige Gitter erkennbar, durch das alle Dämpfe, Fette und Gerüche abgesaugt werden. Da sich die Absaugung in der Mitte des Gerätes befindet, haben sie dort die höchste Absaugleistung und werden zum Rand hin schwächer.
Darum sind Dunstabzüge mit Flächenabsaugung auch besonders für Kochfelder geeignet, bei denen hohe Hitze entsteht („heiße Kochfelder“) bzw. wenn du in der Regel mit hoher Hitze kochst. Die Hitze steigt dabei steil nach oben – direkt ins Zentrum des Dunstabzuges. Und mit der Hitze alle Dämpfe, Fette und Gerüche.
Bei der Randabsaugung ist die Unterseite des Dunstabzuges im Vergleich zur Flächenabsaugung mit einer Glas- oder Metallabdeckung verblendet. Dämpfe, Fette und Gerüche werden lediglich durch einen Spalt zwischen dieser Verblendung und dem Rand des Dunstabzuges abgesaugt. Bei größeren Geräten kann diese Verblendung auch unterteilt sein, wodurch mehr Absaugkanäle entstehen (Mehrzonenrandabsaugung).
Durch diese Bauweise entsteht an diesen Spalten eine sehr hohe Absaugleistung, die am ganzen Dunstabzug gleich stark ist. Darum sind diese Dunstabzüge speziell dafür geeignet, wenn du mit geringer Hitze kochst bzw. wenig Hitze entsteht („kühle Kochfelder“). Dadurch steigen Dämpfe, Fette und Gerüche auch nicht steil nach oben, sondern verteilen sich über dem Kochfeld und müssen entsprechend großflächig abgesaugt werden.
Dunstabzug mit Flächenabsaugung (und sichtbarem Fettfilter) und Randabsaugung [Fotos: Bosch Haushaltsgeräte]
Es ist nicht nur eine Design-Entscheidung, für welche Absaugungsvariante du dich entscheidest. Sondern auch stark vom Kochfeld und deinem Kochverhalten abhängig.
Wie schon angesprochen gibt es zwei unterschiedliche Filter in einem Dunstabzug: den Fettfilter und den Geruchsfilter.
Der Fettfilter besteht heute aus einem feinen Metallgeflecht und filtert in einem ersten Schritt die Fette aus der abgesaugten Luft. So sind das Gebläse, aber auch der gesamte Dunstabzug weitgehend vor Fettablagerungen geschützt.
Jedoch kann der Fettfilter nur eine begrenzte Menge von Fett aufnehmen, bevor er verstopft. Aber keine Sorge, die Reinigung ist ganz einfach – ab in den Geschirrspüler und fertig. Höherklassige Geräte haben sogar eine automatische Anzeige, wann der Filter „voll“ ist und gereinigt werden muss.
Einen Geruchsfilter (Aktivkohlefilter) brauchst du nur bei Umluft-Geräten, damit die angesaugte Luft auch von störenden Gerüchen befreit wird. Bei Abluft-Geräten wird die Luft ja nach außen geleitet. Auch diesen Filter solltest du regelmäßig austauschen (Einweg-Aktivkohlefilter) oder reinigen (Mehrweg-Aktivkohlefilter)! Je nach Ausführung sind auch Aktivkohlefilter mit einer Sättigungsanzeige versehen.
Der richtige Fett- und Geruchsfilter
Du solltest aber nicht einfach irgendeinen Fettfilter verwenden, sondern nur den für das jeweilige Gerät passenden!
Fettfilter: Denn ist der Filter zu dünn und gleichzeitig die Ansaugleistung zu hoch, wird das Fett ganz einfach durch den Filter gesaugt anstatt dort aufgefangen zu werden. Ist der Filter jedoch zu dick, sinkt die Ansaugleistung und somit die Wirkung vom Dunstabzug.
Geruchsfilter: Auch der Aktivkohlefilter sollte auf den jeweiligen Dunstabzug abgestimmt sein. Ist die Ansaugleistung – und somit die Strömungsgeschwindigkeit – zu hoch, können nicht alle Gerüche absorbiert werden und gelangen wieder zurück in den Raum.
Du solltest aber nicht nur die Filter regelmäßig tauschen, sondern auch den Dunstabzug selbst immer wieder reinigen. Dazu einfach mit einem feuchten Tuch und fettlösendem Reinigungsmittel abwischen und fertig.
Für welchen Dunstabzug du dich entscheidest – Umluft oder Abluft, Flächen- oder Randabsaugung, sowie Absaugung über oder neben dem Kochfeld – Platz wird immer benötigt: Für die Technik, aber auch für die Ableitungskanäle. Die Frage ist nur, wo du den Platz brauchst bzw. wo du auf Stauraum verzichten kannst.
Jedoch ermöglichen dir die verschiedenen Varianten und Bauweisen einen großen Gestaltungsspielraum, sodass du sicherlich den idealen Dunstabzug für deine Küche finden wirst!
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Vielen Dank für diesen Beitrag mit dem Vergleich von Dunstabzug und Kochfeldabzug. Wir wollen unsere Küche modernisieren und suchen nach interessanten Lösungen. Ich wusste nicht, dass es 8 verschiedenen Varianten von Dunstabzügen existieren. Jetzt wird die Auswahl nur komplizierter sein.
Keine Sorge, so kompliziert wird es nicht … abhängig von der Platzierung vom Kochfeld sowie der Planung der Küche und deinem Kochverhalten sind bestimmte Dunstabzüge zu empfehlen.
Danke für den Hinweis, darauf zu achten, dass der Fettfilter auf das Gerät abgestimmt ist. Für meine neue Küche möchte ich noch ein Kochfeld mit Dunstabzug kaufen. Da ich mich damit noch nicht gut auskenne, lasse ich mich vorher bei einem Fachhändler beraten.
Hallo Maria! Das freut uns … ein Fachhändler kann dir die einzelnen Geräte ganz genau erklären.